James Bullough, seines Zeichens Maler, Illustrator und Graffitikünstler aus Washington D.C., ist ein Mann absoluter Rigorosität, sowohl in der Grundidee seiner Kunst wie auch in seinem Leben.
Aufgewachsen in den Vorstadtgebieten der amerikanischen Hauptstadt, fühlte er sich schon früh hingezogen zur kantigen, kompromisslosen Streetart, die ihm durch die Fenster der Untergrundbahn von den Wänden der Schächte entgegenprangten. Als Teenager begann er, selbst Skizzen anzufertigen und wie besessen alles aufzusaugen, was auch nur im Entferntesten mit Graffiti zu tun hatte. Aus dieser Obsession ergab sich eine logische Konsequenz: der Drang, selbst in dieser Kunstform aktiv zu werden.
Schiere Unerfahrenheit und ausgeprägte Experimentierfreude bildeten die Grundlage für seine unkonventionelle Arbeitsweise, die sich später zu einem substanziellen Wesenszug seiner Werke entwickeln sollte. Er begann, mit ungewöhnlichen Materialien zu arbeiten. Herrenlose Fundstücke, wie benutzte Leinwände, abgenutzte Holzfragmente oder simple Latexfarben waren seine Ressourcen.
Später studierte er sowohl die Maltechniken zeitgenössischer Ölmaler wie auch die holländischer Altmeister, welche er, mit der für ihn typischen Drastik, auf seine Werke anzuwenden begann.
Aus dieser Verschmelzung von aparter Streetart und klassischer Ölmalerei ergibt sich eine Ästhetik die seinesgleichen sucht. Vor dem Hintergrund farbenfroher Graffitis, lässt er kunstvoll realistische Abbildungen von ganz ordinären Gegenständen oder dynamischen Akten entstehen. Darüber hinaus zeichnet er comicartige Bleistiftillustrationen von Menschen, die ihm auf der Straße ins Auge fallen.
Über seine Arbeit sagt er selbst:
“In my current body of work I explore the balance between these contrasting elements. Abstract graffiti inspired backgrounds live with color and texture are met with intensely realistic images. Highly rendered portraits float atop layers of ambient space and geometric forms. Contemporary street art techniques and materials collide with those of the realist oil painters I so admire.”
Im Mai 2010 kehrte er, ungleich kompromisslos, seiner Heimatstadt Baltimore den Rücken, kündigte seinen Job und verkaufte seinen gesamten Besitz, um nach Berlin zu ziehen. Dort erhoffte er sich einen Markt für seine schrille Kunst. Wer sich in der Stadt, vornehmlich in Kreuzberg oder im Wedding, mal umsieht, wird an den Wänden dieser Bezirke, das ein oder andere großformatige Wandgemälde des Künstlers entdecken.
Wer Einblick in James Bullough’s Schaffensprozess erhalten will, checkt am besten seinen Blog. Das obige Video zeigt übrigens den Entstehungsprozess eines riesigen Graffitis an einer Wand in der Turinerstraße im Wedding. Unten gibt’s mehr Artworks.
All images © James Bullough
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