Vergangene Woche hatten wir bereits das großartige Buch über Streetart in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik “de mi barrio a tu barrio” vorgestellt und angekündigt, jede Woche ein Kapitel näher beleuchten zu wollen.
Den Anfang macht ein Projekt in San José, der Hauptstadt von Costa Rica. Die Stadt im Herzen des mittelamerikanischen Staates litt bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts an einer handfesten Identitätskrise. Sie galt als schmutzig, unsicher und dekadent. Ein Großteil der Bevölkerung mied die großstädtischen Gebiete und flüchtete sich in Gebiete weit entfernt von den Ballungsräumen. Urbane Kultur suchte man vergeblich.
Doch die Generation junger Costa Ricaner war bestrebt darin, das zu erneuern, was die Vorfahren aufgebaut hatten: ein lebendiges, pulsierendes, kreatives Zentrum. Neben der von der Regierung initiierten, leider in hohem Maße gesteuerten kulturellen Erneuerung, etablierte sich eine aktive Graffiti-Szene, die dazu beitrug, im Verfall befindliche Gebäude auf kreative Art aufzuwerten.
Als Teil der “de mi barrio a tu barrio”-Initiative gestaltete ein Team von Streetartists und lokalen Künstlern eine Wand, die das Grundstück der Nationalversammlung begrenzt. Um die Wahl der Motive gab es teils absurde Diskussionen, da dem Künstler Fralem unterstellt wurde, mit seiner Darstellung eines anzugtragenden, rauchenden Affen, den ehemaligen Präsidenten des Landes verunglimpfen zu wollen.
Das zweite Kapitel des Buches wartet mit einer detaillreichen und differenzierten Porträtierung der Stadt, einer eingehenden Vorstellungd er Künstler und ihres Projekts sowie vielen Fotos und tagebuchartigen Statements der Beteiligten auf. Eine kurzweilige, ungleich spannende und informative Lektüre.
Zur Info: Das Buch “de mi barrio a tu barrio” ist im Verlag Gudberg erschienen und kann hier erworben werden.
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